KURIOSITÄTEN



Die geschichte des kaffees

In Bezug auf die Entdeckung der Kaffeebohne gibt es zahlreiche Legenden und Mythen, die diese umgeben. Die ersten Erwähnungen kommen sicher aus Äthiopien, von wo aus die Pflanze nach Arabien gelangte und dort in einer Region angebaut wurde, die dem heutigen Jemen entspricht. Der jemenitischen Legende nach soll einer der Mönche des Klosters Chehodef von einem Hirten namens Kaldi erfahren haben, dass dessen Ziegen und Kamele auch nachts aktiv waren, nachdem sie gewisse Beeren gegessen hätten. Also bereitete sich der Mönch ein Getränk aus diesen Beeren zu, um auch nachts wach bleiben und so länger beten zu können. Der Kaffee erreichte Europa über die Venezianischen Handelswege und wurde schnell von den Katholiken kritisiert, welche ihn als “Getränk des Teufel” bezeichneten, was aber sofort vom Papst widerrufen wurde, da er selbst den Kaffee sehr schätzte und dessen Gebrauch gut hieß. Der Kaffeeausschank verbreitete sich in ganz Europa, und die Kaffeehäuser wurden schnell zu einem Treffpunkt für gebildete Menschen. Die Franzosen pflanzten die ersten Beeren auf Martinique, von dort aus verbreiteten sich die Kaffeeplantagen über Mittel- und Südamerika. Die Verbreitung war so, dass der Kaffee in den USA das offizielle Getränk wurde, auch als Antwort auf den übermäßigen Teegenuss der Engländer. Die Geschichte des Espresso begann 1822 in Frankreich, dehnte sich dann schnell nach Italien aus, wo er dann seine intensivste Entwicklung durchmachte. Der Kaffee wird heute von einer riesigen Industrie repräsentiert, in der weltweit mehr als 20 Millionen Personen arbeiten und liegt somit an zweiter Stelle der Investitionen nach denen des Erdölmarktes. Mit mehr als 400 Milliarden Tassen Kaffee jährlich, stellt der Kaffee das meistgetrunkene Getränk weltweit dar. Allein in Brasilien arbeiten mehr als 5 Millionen Personen in der Kaffeebranche und sorgen dabei für mehr als 3 Milliarden Kaffeepflanzen. Eine Tasse dampfenden Kaffees an die Lippen zu führen ist eine Geste, die auf der ganzen Welt zu Hause ist.


Kaffeeverarbeitung

GESCHICHTLICHE HINWEISE - In den frühen Jahren des 1700 Jh. begann in Brasilien die Kaffeeproduktion. Mit einem Trick war es gelungen, aus dem benachbarten Guiana einige Pflanzen und Samen zu ergattern, wo Brasilien eingriff, um einen Aufruhr niederzuschlagen. 1765 entluden die ersten Schiffe den brasilianischen Kaffee in Portugal, womit die große Tradition des Kaffeeexports zum alten Kontinent begann. Anfangs oblag die Kaffeeproduktion den Sklaven, die im Dienst der Spanier und Portugiesen standen und erst im Jahre 1888 endete mit der Abschaffung der Sklaverei diese Grausamkeit in Brasilien. Abgesehen davon ist auch heute noch die Kaffeeproduktion hauptsächlich eine Arbeit, die von Menschenhand erbracht wird.
DIE ERNTE - In den meisten Anbaugebieten des Arabica, dürfen die Kaffeebeeren erst nach vollendeter Reife mit der Hand gepflückt werden. Sie werden dann in Körben gesammelt und je nach Gewicht der Beeren wird der Arbeiter am Ende des Tages dafür entlohnt. Die reifen Beeren werden dreimal mit der Hand von den Zweigen abgestreift und fallen dann zu Boden. Die auf dem Boden liegenden Beeren werden geharkt und aufgesammelt, nachdem eine erste Trennung der Beeren von Verunreinigungen erfolgt war. In jüngster Zeit wurden auch Systeme zur mechanischen Ernte entwickelt, die aber besondere und günstige Vorrausetzungen dafür brauchen: Die Plantagen müssen sich auf flachem Gelände befinden und die Pflanzreihen in einem gewissen Abstand voneinander stehen, um den Maschinen den nötigen Raum zu lassen.
DER MARKT - Wegen seines enorm verbreiteten Konsums auf der Erde hat der Kaffeehandel eine extrem bedeutende Wirtschaftskraft, welche nach dem Erdölhandel die zweite Position im Welthandel belegt. Der Anbau, die Verarbeitung, der Handel, der Transport und das Marketing verschaffen Millionen von Menschen in der ganzen Welt Arbeit. Der Kaffee stellt für viele Entwicklungsländer wichtige Einnahmequellen dar, während in noch weniger entwickelten Ländern der Kaffeeexport sogar die einzige Einnahmequelle darstellen kann. Die Kaffeequotationen werden täglich an den großen Handelsbörsen für Arabica vor allem in New York ( Coffee, Sugar & Cocoa Exchange) und für die Sorte Robusta in London (LIFFE) festgelegt. Die Kaffeepreise hängen von zahlreichen Faktoren ab, sind sehr komplex und extrem variabel. Die Temperatur in den Abbaugebieten, die Regenmengen, der Parasitenbefall, Produktionsprobleme, aber auch geopolitische Bedingungen, wirtschaftliche Spekulationen und vieles mehr beeinflussen zu jedem Moment die Handelswerte.


DIE KAFFEEVARIETÄTEN

Der Kaffee wird der Familie der Rubiaceae zugeordnet, die in der botanischen Klassifizierung des schwedischen Botanikers Karl Linneo 4500 Arten umfasst, worunter 60 Arten der Gattung Kaffee angehören. Nur 25 Arten sind aufgrund der Früchte im Handel, und von denen nehmen nur vier Sorten von Bohnen im Handel die ersten Plätze ein: Coffea Arabica, Coffea Robusta, Coffea Liberica und Coffea Excelsa.

Coffeea Arabica

Die Coffea Arabica, ursprünglich aus Äthiopien, repräsentiert ungefähr drei Viertel der Weltproduktion. Von ihnen erhält man die Bohnen der Sorte Arabica, die für die Beste auf der Welt gehalten wird und schon seit einigen Jahrhunderten angebaut und selektioniert wird. Arabica ist eine zerbrechliche Pflanze, die nur in Höhenlagen wächst, sie hat leuchtend grüne Blätter und kann eine Höhe von bis zu zwölf Metern erreichen. Diese Eigenschaften sind der Grund ihrer qualitativen Überlegenheit: Je höher gelegen das Anbaugebiet, desto langsamer reifen die Früchte und desto mehr Aromavarianten können sich im Getränk entwickeln. Die zarten Zweige öffnen sich in der frischen reinen Luft auf 800 bis 2000m Höhe und in diesen Höhen können nur die Äquatorregionen die geeigneten Vorrausetzungen eines gesunden und reichen Wachstum der Büsche bieten. Die Idealtemperatur liegt bei 20°. Alle großen Cru sind aus Arabica und kommen hauptsächlich aus Ostafrika und aus Lateinamerika. Der Koffeingehalt ist bei Robusta niedriger, aber die Arabica erzeugen feinere aromatische Gaumenfreuden, ihre Finessen und ihr Prestige stammen von der Vollmundigkeit und dem herzhaften Geschmack, reich an Aroma und angenehmer Säure, je nach Herkunftsland und Verarbeitungsmethode ( mehr oder weniger würzig, leicht sauer, schokoladig). Je nach Produktionsort und angebauter Varianten erhalten die Arabica verschiedene Namen wie Brazil und Milda, aber auch Typica, Maragogype( geschätzt wegen der größeren Bohnen, Moka und Bourbon ( in Brasilien weit verbreitet). Die äußerst renommierte "Moka“ wird vor allem in Arabien angebaut, hat eher kleine Bohnen aber ein intensives Aroma. Charakteristisch ist seine kupfergrüne Farbe und seine längliche flache Form. Der Anbau der anderen Arten hat Ende des achtzehnten Jahrhunderts begonnen und als Folge der Krankheiten in verschiedenen Regionen dezimierte sich die Coffea Arabica, Seitdem ging man dazu über, andere Arten zu wählen und zu selektieren, die man auf den Weltmarkt bringen konnte.


Coffeea Robusta

Die Coffea Canephora, auch allgemein Robusta genannt, ist ein resistenter und kräftiger Baum, der auch fünfzehn Meter groß werden kann. Er ist nicht sehr krankheitsanfällig, widersteht Insekten und Hitze und wächst in tiefer gelegenen Gebieten mit größerem Ertrag. Seine Zweige beugen sich schirmartig zur Erde und er blüht das ganze Jahr über. 1898 wurde er im Kongo entdeckt und heute macht er ungefähr ein Viertel der Weltproduktion aus: Seine Kirschen ( drupe) sind im allgemeinen kleiner als die des Arabica und weisen runde Samen mit einer geraden zentralen Rille auf, sind reich an Koffein, aber einmal geröstet, haben sie wenig Aroma. Diese Variante, die auch in der Ebene wächst, hat aber im Handel großen Erfolg, auch weil sie einen großen Ertrag bei geringeren Kosten der Anlagen hervorbringt. Außerdem ist sie weniger anfällig für Krankheiten und fühlt sich auch bei ungünstigen Bedingungen wohl. Die Bohnen der Robusta erbringen einen weniger qualitativen Kaffee, mit wenig Aroma, sehr stark ( bitter und holzig) aber vollmundiger und mit einem höheren Koffeingehalt als der Arabica. Einige Varianten aus einer Kreuzung von Canephora, zu dem die Robusta gehört, ist in Indonesien, Uganda, Indien und Westafrika sehr verbreitet. Außerdem erhielt man daraus auch die Arabusta, eine Kreuzung zwischen den zwei Kaffees, Arabica und Robusta.


Coffeea Liberica

Er stammt aus den Wäldern Liberias und der Elfenbeinküste und ist eine schöne langlebige Pflanze, robust und üppig im Wachstum, mit großen Früchten und Samen, die fast doppelt so groß wie die der Arabica sind: Darüber hinaus ist sie weniger anfällig für Parasiten. Die Pflanze benötigt ein Klima mit höheren Temperaturen und reichlich Wasser. Aufgrund dieser Eigenschaften wurde sie zum Veredeln ausgewählt, um durch Kreuzung neue Varianten, besonders an der Elfenbeinküste und auf Madagaskar zu züchten. Auch wenn sie von geringerer Qualität sind, so kann man doch aus den Bohnen einen aromatischen und angenehmen Kaffee herstellen, ein Geschmack, der vor einigen Jahrzehnten besonders in Skandinavien Anklang fand.


ANDERE VARIANTEN

Die 1904 entdeckte Coffea Excelsa widersteht Krankheiten und Trockenheit, ihr Ertrag ist recht hoch und ihre Bohnen sind nach einem Alterungsprozess brauchbar zur Herstellung eines Kaffees mit aromatischem und angenehmem Geschmack, ähnlich dem des Coffea Arabica. Unter den Arten mit geringerer Anpassungsfähigkeit und kleinem Ertrag erinnern wir an: Coffea Stenophylla, Coffea Mauritana, Coffea Racemosa, Coffea Congencis, Coffea Dewevrei, Coffea Neo-Arnoldiana, Coffea Abeokutoe, Coffea Dybowskii hauptsächliche afrikanischer Herkunft (Kongo, Elfenbeinküste, Guinea, usw…)